Abschnitt 07 - Das Design

Technische Ästhetik

 

Interview mit
Andrea Ferraresi,
Ducati Head of Design.

Ducati ist die einzige Motorradmarke, die je den Red Dot Design Award und den prestigereichen Compasso d’Oro gewonnen hat. Wir sind Design-Fanatiker und ein Ducati-Motorrad zu entwerfen ist etwas anderes als einfach irgendein Motorrad. Es gibt einige wesentliche Merkmale, die nur uns gehören. Projekte wie Monster, 916, Diavel und Panigale stellen jeweils für ihre Kategorie einen Meilenstein in der Geschichte des Designs dar.

Die Designphilosophie von Ducati beruht auf der Wegnahme, da wir anerkennen, dass der reinste Stil in der
eingehenden Forschung elementarer Formen liegt. Sogar die Ästhetik der Farben beruht auf der Berücksichtigung der Natur der Elemente. Und an 1708 sind mit dem Ducati-Rot die ursprünglichen Farben der kostbaren Materialien, aus denen es besteht, zu erkennen: die unterschiedlichen Arten von Carbon, Titan, Aluminium.

Wir haben darüber mit dem Designleiter von Ducati Andrea Ferraresi gesprochen.

„Während das Design der Superbikes von Ducati seit jeher extrem auf der Technik beruht, macht das Projekt 1708 das Design zu einem stilistischen Höhepunkt.

Die Arbeit des Designteams hat sich vor allem dadurch entwickelt, die Formen und Materialien zu Wort kommen zu lassen. Wir haben daran gearbeitet, einen Tanz der Linien und Tiefen inmitten des Ducati-Rotes und des sichtbaren Carbons zu schaffen. 1708 ist ein Projekt, bei dem es mehr denn je unabkömmlich war, die Schönheit der Technik zur Geltung zu bringen. Unsere Arbeit wurde daher darauf ausgerichtet, die Ästhetik der zweckmäßigen Effizienz sprechen zu lassen.“

 

Das Projekt 1708 ist das fortschrittlichste Motorrad, das bei Ducati je in Produktion gegangen ist. Jede Schraube, jeder Bauteil wird abgewogen und kontrolliert, um das beste Leistungsgewicht zu ermöglichen. Und die Ästhetikdetails sind dabei keine Ausnahme, für die klarerweise nicht die üblichen stilistischen Freiheiten genommen werden können.

„Wenn die Aufgabe eines Industrial Designers darin besteht, die Ästhetik der Technologie zur Geltung zu bringen, wurde diese Aufgabe mit 1708 zur n-ten Potenz erhoben. Während wir uns auf weniger extremen Motorrädern einige ästhetische Ausnahmen gegenüber der technischen Strenge leisten können, ist dem in diesem Fall nicht so. Keine einzige. Im Projekt 1708 ist kein Platz für die 5 zusätzlichen Gramm für den Aufkleber und die 200 Gramm für die Speziallackierung. Es gibt keine Details, die die Leistungen ändern können, auch nicht, wenn sie der Ästhetik dienen. Es wird in jeder Hinsicht wie ein Rennmotorrad behandelt.

Und in diesem Sinn handelt es sich um ein sehr herausforderndes Projekt, denn der Designer muss auf Zehenspitzen auf äußerst diskrete, aber entschlossene Weise eingreifen und sich um jedes Detail kümmern, sodass es unmissverständlich die Handschrift von Ducati trägt.“

 

 

Bei Ducati ist es üblich, ihre exklusivsten Designs mit einer durch den MotoGP des Jahres, an dem das Designen beginnt, inspirierten Rennlackierung zu verkleiden. Und 1708 war keine Ausnahme. Das sichtbare Carbon wechselt sich mit einem einfarbigen Weiß und roten Linien ab, die das edle Verkleidungsmaterial hervorheben sollen.

„Die Wahl, die Flügel nicht zu färben, wurde sehr bewusst getroffen, außerdem ist die Neigung der Grafiken gedacht, um sie in die Linie des Motorrad zu integrieren und so die physikalische Dimension in einer visuellen Dimension aufgehen zu lassen. Dieses Spiel wird besonders dann deutlich, wenn man die Gelegenheit hat, eine Runde um das Motorrad zu drehen; ihre Proportionen ändern sich und werden beim Annähern mit interessanten Fluchtpunkten bereichert.“

 

 

Die Aerodynamik ist das wichtigste Entwicklungselement dieses Superleggera V4, an dem er wichtig war, den Eingriff als Designer zu messen. Es war ein visueller Ausgangspunkt, von dem aus alle Ästhetikdetails des Motorrads ausgearbeitet wurden.

„Die skrupelhafte Detailpflege war sicher die größte Anstrengung in Sachen Planung, da dieses Motorrad zum Rasen entstanden ist und jeder sichtbare Millimeter die kraftvolle ästhetische Vibration des exklusivsten Rennmotorrads der Erde vermitteln muss.“