Abschnitt 08 - Die Leistung

Geschwindigkeitsrausch

Interview mit
Alessandro Valia,
offizieller Ducati-Tester.

Ducati Superleggera V4 ist das Beste, das die zeitgenössische Motorradtechnik zum Ausdruck bringen kann. Es ist ein Traum, der Wirklichkeit wird. Das Ergebnis der innovativsten Forschung in Sachen Materialdynamik und Technik. Eine Forschung, die Erfüllung findet, wenn das Motorrad auf die Strecke gebracht und vom Piloten getestet wird, der endlich die intenstivsten Gefühle erleben kann.

Wir haben darüber mit Alessandro Valia, dem offiziellen Ducati-Tester, gesprochen.

„Es ist ein überwältigendes Gefühl. Ein unendliches Staunen. In erster Linie der Stolz, Teil eines dermaßen bedeutenden Projekts zu sein. Und dann die Hingabe und Gewissenhaftigkeit beim Versuch, die technische und mechanische Vorzüglichkeit in Leistungen zu verwandeln, die es noch nie für ein serienmäßig produziertes Motorrad gab.“

Die Zusammenarbeit der Designer von Ducati mit dem offiziellen Ducati-Piloten und -Tester Alessandro Valia wurde in außerordentliche Gefühle umgesetzt. Die Arbeit an der Dynamik und die Neugestaltung der Bauteile schaffen ein nie gehabtes Gleichgewicht des Fahrwerks. Die extrem hohe Komplexität der technischen Ausstattung ist auf die Vereinfachung des Fahrens ausgerichtet.

„Der erste Kontakt war unglaublich. In erster Linie wegen des Bremsens, gleich nach dem Verlassen der Boxen auf der Mugello-Strecke bin ich in der ersten Kurve angelangt und habe bemerkt, dass es ausreichend war, viel weniger zu bremsen. Zudem spürt man deutlich, dass das Motorrad dazu neigt, die Linien autonom zurückzulegen. Das ist eine extrem seltene Eigenschaft, die eine große Sorglosigkeit vermittelt und ermöglicht, dass man auf das technische Instrument vergisst und sich komplett auf den eigenen Fahrstil konzentriert.

Die Einstellungsarbeit am Fahrwerk hat außerordentliche Ergebnisse gebracht. Sie ist unglaublich glatt bei den Richtungswechseln.“

 

Die Gewandtheit wird auch durch die komplette Stabilität gesteigert. Dank der an der Aerodynamik geleisteten Arbeit lässt die durch die Flügelansätze geschaffene vertikale Last das Motorrad am Boden haften, was einen weniger aufdringlichen Eingriff der Traktionskontrolle auf die Leistung ermöglicht.

„Dieses Motorrad hat eine beeindruckende Beschleunigung. Aber das verblüffendste Merkmal ist, dass man sich absolut wohl fühlt, da man die volle Kontrolle über das Motorrad hat. Dank des Aerodynamikpakets kann man das Gas voll öffnen, vor allem beim Verlassen der Kurven, ohne Angst zu haben, dass sich das Motorrad aufbäumt.

Der Einfluss der Flügelansätze wurde mir besonders klar, als wir es in Portimao getestet haben, auf einer Strecke, bei der man es bei voller Geschwindigkeit ständig mit Steigungsschwankungen zu tun hat. Aber vor allem bei der Steigung vor der ersten Geraden, wo alle Motorräder von Natur aus dazu neigen, sich aufzubäumen, kommt es nicht aus der Fassung, behält die Haftung bei und bleibt stabil. Eine Stabilität, dank der man genau dann, wenn es am wichtigsten ist, Vollgas beibehalten kann.“

 

 


Die vertikale Last trägt dazu bei, das Sicherheitsgefühl zu steigern, ein Gefühl, das dem Fahrer hilft, wiederholbar zu bleiben und das Maximum entsprechend dem für Ducati typischen Ansatz ‘Leistung neu definiert’ zum Ausdruck zu bringen.

„Wenn man mit einem GP- oder SBK-Motorrad fährt, ist der erste Eindruck die Überraschung, zu merken, wie leicht es sich damit fährt. Mit dem neuen Superleggera V4 erlebe ich genau dieses Gefühl wieder. Wir haben ein extremes, aber gleichzeitig intuitives Fahrzeug gebaut. Für alle, die das Gefühl erleben möchten, das Limit bei jeder Beschleunigung und jeder Abbremsung vor der Kurve zu überschreiten.

Der Aspekt, der mich am meisten entzückt, ist das Gefühl der Sicherheit, das das Motorrad vermittelt. Trotz des beeindruckenden Leistungsgewichts bleibt es wendig und intuitiv. Es handelt sich wirklich um ein Motorrad, das gedacht ist, um dem Piloten die Freiheit zu geben, sein Bestes zu geben. Mit diesem Motorrad habe ich in der Testphase auf der Mugello-Strecke 1.52:45 erreicht. Das sind nur 2 Sekunden weniger als die Zeit, die Pirro mit dem Panigale erzielt hat, das den CIV SBK gewonnen hat. Und Superleggera V4 ist komplett straßentauglich: Ich konnte einige Mechaniker der GP-Teams, die sich gerade in Mugello befanden, nach der Zeitmessung mit der Hupe begrüßen. Ihr könnt euch vorstellen, wie verblüfft sie waren.“

 

 

Mehr als fünfzehn der Entwicklung dieses Motorrads gewidmete Aufzeichnungssessionen wurden organisiert. Bei jeder Session wurden verschiedene Mappings getestet, um eine so gute Kalibrierung der Dynamik und des Motors zu erzielen, dass es praktisch unmöglich ist, sie zu verbessern.

„Wir haben der Einstellung des Motormanagements große Aufmerksamkeit gewidmet. Wir haben hart gearbeitet, um das beste Verhältnis zwischen dem Gashebel und der Leistungsabgabeantwort zu finden. Wir wollten den einzigartigen Charakter dieses Motorrads bestimmen. Und das ist uns eindeutig gelungen.

Es ist ein Traum, damit zu fahren. Unvergleichliche Wendigkeit. Charakterstarke Leistung. Man spürt nur die reine Emotion der Geschwindigkeit.“